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HOme Office

Produktives Arbeiten von zu Hause

Büro oder Home Office? Praxis statt Ideologie!

Die Ansichten über das Arbeiten zu Hause („Home Office“ / „Homeoffice“) sind nach wie vor stark von den persönlichen Erfahrungen derjenigen abhängig, die sich zu diesem Thema äußern.

Für die einen ist der Arbeitsplatz bzw. das Büro zu Hause seit langem selbstverständlich. Für andere ist das Arbeiten im Home Office hingegen ein kaum vorstellbarer Ausnahmezustand. Dementsprechend fällt oft das Urteil aus:

Ich kenne Unternehmen und Institutionen, in denen die Heimarbeit als Chiffre für Urlaub während der Arbeitszeit gilt. Auf der anderen Seite stehen andere – Arbeitnehmer wie Arbeitgeber -, die fest davon überzeugt sind, dass das „Konzept Büro“ ein überkommenes Relikt des vergangenen Jahrtausends darstellt.

Dieser oft wenig sachlich geführten Debatte über Arbeit im Home Office wollen wir uns an dieser Stelle nicht anschließen. Persönlich war ich froh, nach vielen Jahren des Arbeitens zu Hause, ein Büro mein eigen nennen zu dürfen. Dennoch würde ich bis heute auf die Möglichkeit nicht verzichten wollen, meinen Arbeitsplatz bei Bedarf ins Homeoffice verlegen zu können.

PRODUKTIVES ARBEITEN IM HOME OFFICE

Entscheidender, weil relevanter für die Praxis, scheint mir das „wie“ des Arbeitens zu Hause. Konkret gefragt:

Wie gelingt ein produktiver und befriedigender Arbeitstag daheim?

Und auch bei dieser Frage decken die Ansichten und Ratschläge ein weites Spektrum ab.

Die einen fokussieren sich auf die richtige technische Ausstattung fürs Home Office. Andere stellen die Arbeitsatmosphäre in den Mittelpunkt, samt Gang um den Block vor Arbeitsbeginn. Wieder andere halten das Arbeiten von zu Hause ohnehin für den Normalfall und bestreiten implizit, dass es sehr wohl zu spezifischen Problemen kommen kann.

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Wie gelingt produktives Arbeiten von zu Hause? Was verändert sich im Vergleich zu der Arbeit im Büro? Und auch: Wie plane ich meinen Urlaub, wenn ich von zu Hause aus arbeite?

Inhalt: Home Office
  • Seite 3: Einleitung
  • Seite 4: Produktives Arbeiten im Home Office
  • Seite 6: Die wichtigsten Fragen und Antworten
  • Seite 9: Home Office mit Kindern zu Hause
  • Seite 11: Home Office und Urlaub
  • Seite 14: Selbstorganisation vertiefen?

BÜRO ODER HOME OFFICE – DIE REGELN SIND DIESELBEN!

Meiner Erfahrung nach liegen die meisten Probleme, auf die man im Home Office treffen kann, weniger darin, dass das Arbeiten zu Hause andere Grundregeln hätte als das Arbeiten im Büro.

Auch die technische Ausstattung ist weit seltener entscheidend, als dies vielfach zu lesen ist.

Die Herausforderungen für Arbeitgeber wie Angestellte unterscheiden sich vielmehr in der Art der Hindernisse, die ich – egal ob als Arbeitgeber, als Angestellter oder Freiberufler – zu Hause im Gegensatz zum Büro überwinden muss, um diese Grundregeln umzusetzen. Schauen wir uns die wichtigsten Fragen konkret an.

Dabei setze ich voraus, dass in Ihrem Arbeitsverhältnis die Heimarbeit möglich, erlaubt und versicherungstechnisch abgedeckt ist. In Rechts- und Versicherungsfragen fehlt mir jedwede Kompetenz; da kann ich nur auf die Regelungen in Ihrem Arbeitsvertrag, ein offenes Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und – wenn nötig – den Gang zum spezialisierten Rechtsanwalt verweisen.

HOME OFFICE: DIE WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN

Die Erfahrung zeigt, dass man gut daran tut, für die Arbeit im Home Office grundsätzlich die gleichen Grundregeln anzuwenden wie für die Arbeit im Büro.

Das heißt aber auch, dass es je nach beruflichen und privaten Umständen sehr individuelle Fragen gibt, die zu lösen sind.

Zu den häufigsten finden Sie nachstehend meine Antworten. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, nehmen Sie gern Kontakt auf und wir sprechen darüber!

1. IM HOME OFFICE ANDERS ORGANISIEREN ALS IM BÜRO?

Nein, sowohl im Büro als auch im Home Office geht es um das Gleiche:

Den eigenen Arbeitstag so gut wie möglich im Griff haben, um so viel Zeit, Kraft und Konzentration auf die Dinge verwenden zu können, die mir wichtig sind.

Selbstorganisation und Zeitmanagement sind nicht ortsgebunden; sie brauchen überall ein System, das für Sie funktioniert und zumindest die folgenden Kernpunkte abdeckt:

  • Aufgaben und Kommunikation in den Griff bekommen,
  • konsequent priorisieren,
  • auf meine Ziele fokussieren
  • und den Tag realistisch planen.

Wie Sie dieses „Minimum an Selbstorganisation“ erreichen, hängt wesentlich mehr von Ihnen ab als von Ihrem Arbeitsplatz.

2. BRAUCHE ICH FÜRS HOME OFFICE…

eine besondere technische Ausstattung oder andere Werkzeuge als im Büro?

Nein, es sei denn Ihr Arbeitsverhältnis verlangt z.B. eine besonders gesicherte Internet-Verbindung (z.B. ein „Virtual Private Network“ o.ä.), wenn Sie nicht im Büro arbeiten.

Die Hilfsmittel, seien sie analog oder digital, die für Sie im Büro funktionieren, tun es auch zu Hause.

Wenn Sie im Büro mit Ihren Werkzeugen gut klarkommen, warum ein eingespieltes System stören? Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr! Sorgen Sie dafür, dass Ihre wichtigsten Arbeitswerkzeuge auch zu Hause funktionieren; bei mir sind das: Computer, E-Mail-Programm, Telefon, Internet. Der Rest ist für mich im Zweifel verzichtbar.

3. SOLL ICH ZU HAUSE FESTE ARBEITS- UND PAUSENZEITEN EINHALTEN?

Wenn es Ihnen hilft, produktiv zu sein, dann: Ja, klar, warum nicht?

Wenn Sie hingegen das Gefühl haben, dass Sie die fixen Zeiten im Büro eher nerven und Ihre Produktivität stören, dann nehmen Sie die Gelegenheit Home Office war, um auszuprobieren, ob nicht ein anderer Rhythmus besser zu Ihnen passt.

Vergessen Sie nicht, dies, wenn nötig, offen Ihrem Arbeitgeber und Ihren Kollegen gegenüber zu kommunizieren, damit keine Missverständnisse entstehen und Sie nicht ohne es zu wollen, gegen Regeln verstoßen oder Erwartungen enttäuschen.

4. BRAUCHE ICH FÜR DIE HEIMARBEIT EIN SEPARATES ZIMMER ALS BÜRO?

Wenn Sie ein Zimmer zur Verfügung haben: Herzlichen Glückwunsch! Wenn nicht, kein Beinbruch; ein Tisch und ein Stuhl in nicht rückenfeindlichen Höhen nebst den nötigen Stromanschlüssen tut es üblicher Weise auch.

Halbwegs ungestört sollte dieser Heimarbeitsplatz allerdings sein. Ein gewisses Maß an Rücksicht ihrer Umgebung auf Ihre Arbeit können und müssen Sie zu Hause genauso einfordern wie im Büro!

Kopfhörer oder Ohrenstöpsel können helfen, aber nur bis zu einem gewissen Grad an Umgebungslärm.

5. WAS IST, WENN ICH NEBEN DER ARBEIT AUF MEINE KINDER AUFPASSEN MUSS?

Für viele von uns die größte Herausforderung! Home Office als quasi Teilzeit-Elternzeit. Sie wollen (und müssen) zwei Seiten gerecht werden, die nicht unbedingt immer kompatibel sind: Ihren Kindern und Ihrer Arbeit. Das kann emotional wie ganz praktisch durchaus zur Zerreißprobe werden.

Dagegen hilft meiner Erfahrung nach nur eine Kombination von Struktur und Gelassenheit.

Wenn Ihre Kinder noch zu jung sind, um sich mal einige Stunden selbst zu beschäftigen, müssen Sie vermutlich, egal ob als Paar oder allein, einen guten Teil Ihrer Arbeit um die Wachzeiten Ihrer Kinder herumorganisieren.

Gute Kontakte zu Freunden und Verwandten oder Bekannten in ähnlicher Situation, mit denen man sich bei der Kinderbetreuung auch mal abwechseln kann, sind da genauso wertvoll wie der Invest in einen guten Babysitter. Das sollten Sie so genau planen, wie es geht, und gleichzeitig die Erwartungen an das „Mitspielen“ der Kinder nicht zu hoch schrauben, sonst lauert die Frustration allzu oft.

Wenn Ihre Kinder älter sind, wird das einfacher. Schule und Kita decken viel Zeit ab, die für Sie dann natürlich Schwerpunkt-Arbeitszeit sein sollte. Wenn das Betreuungssystem wegen Krankheit, Ferien, Einrichtungs-Schließungen o.ä. versagt, ist neben Planung vor allem Klarheit gefragt:

Planen Sie, mit Ihrem Partner oder allein, am Wochenende die anstehende Woche mit Zeiten für Kinder und Zeiten für Arbeit so genau und regelmäßig, wie Sie können. Tun Sie sich, wenn möglich, mit anderen Eltern zusammen, die in einer ähnlichen Situation sind und planen Sie gemeinsam, soweit eben nötig.

Planung und Klarheit

Planung schafft auch den Kindern gegenüber Klarheit und die ist wichtig. Meiner Erfahrung nach ist für Kinder (wie für Erwachsene) nichts frustrierender, als wenn Erwartungen enttäuscht werden, was immer dann besonders häufig passiert, wenn nicht klar geplant und kommuniziert wurde.

Wenn die Kinder hingegen wissen, wann Mama/Papa bei der Arbeit sind und wann Zeit für die Familie ist und sich darauf verlassen können, ist das Leben für alle Beteiligten einfacher. Das gemeinsame Frühstück ist ein guter Zeitpunkt für die Tagesplanung.

Ach ja: Was Sie vorher mit sich selbst klären sollten, ist ihre Haltung zu dem, was die Kinder in der Zeit tun dürfen, in der sie sich selbst beschäftigen sollen.

Die Dauer der erlaubten iPad-Nutzung „situativ“ (= zwischen Tür und Angel) zu diskutieren, wenn Sie gerade in einem wichtigen Telefonat stecken, kann ich nicht empfehlen 😉

Ich persönlich empfinde die räumliche Trennung von Wohnraum und Büro als Idealzustand, aber ob Sie das auch so sehen oder genau andersherum hängt ausschließlich von Ihnen ab. Entscheidend ist in jedem Fall die gleiche Frage: Was braucht es, damit entspannte Produktivität möglich ist?

Dr. Andreas Kellner

PRODUKTIVITÄT IM HOME OFFICE…

…hängt in den meisten Fällen weit weniger von den “richtigen Werkzeugen” ab, als uns das die Software-Industrie und die begleitenden Management-Trends weiß machen wollen. 

Viel mehr geht es für die persönliche Organisation im Home Office, wie im Büro vor allem um Klarheit und eine gute Struktur, damit selbstbestimmte, entspannte Produktivität möglich wird.

SELBSTORGANISATION VERTIEFEN

Wie Ihnen Home Office gelingt und wie Sie sich nachhaltig effektiv selbst organisieren, ist ein Schwerpunkt in unseren  Seminaren und Online-Kursen. Wenn Sie also mit dem Thema ernst machen wollen, lade ich Sie ein, sich unsere Angebote näher anzusehen: 

Wenn Sie Fragen zum Thema „Home Office“ oder allgemein im Bereich Selbstorganisation/Zeitmanagement haben oder gern meine  Ansicht zu Ihrer konkreten Situation hätten, schreiben Sie mir an info@agilement.de​. Wenn ich kann, helfe ich gern weiter!

Pragmatisch, realistisch und offenkundig realitätserprobt, mit vielen guten Tipps, die man gleich umsetzen kann

Dr. Katja Löhr,
Senior Referentin Programme
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