Digitale Herausforderung meistern

Früher analog, jetzt digital. Wenn wir uns auf diese Formel einigen können, um ganz konkret die Digitalisierung, die an unseren Arbeitsplätzen stattgefunden hat, zu definieren, sind wir bereits da, wo wir hinwollen: Tätigkeiten, die früher auf analoge Weise ausgeführt wurden, werden nun mit Hilfe digitaler Technik erledigt.

Dafür gibt es Beispiele, die so normal geworden sind, dass wir sie beinahe schon nicht mehr der Digitalisierung zurechnen – wer schreibt nicht mehr E-Mails als Briefe? -, aber auch solche, die für viele von uns noch gewöhnungsbedürftig sind – Chatprogramme, Task-Management-Systeme, Firmen-Wikis und so weiter, von wirklicher Automatisierung ganz zu schweigen.

Die neuen Werkzeuge haben viele Arbeitsschritte leichter und schneller – effizienter – gemacht. Doch mit ihnen ist auch die Anzahl der möglichen Ablenkungen, Zwänge und Zeitstrudel am Arbeitsplatz gewachsen, zumal in vielen Kontexten eine Verdrehung stattgefunden hat: Statt die (digitalen) Werkzeuge am Bedarf der Teams und Mitarbeiter auszurichten und auszuwählen, wird vielerorts aus einem falsch verstandenen Willen nach „Modernität“ das Gegenteil getan. Und plötzlich haben die Mitarbeiter neben Telefon, E-Mail und Co. noch einige weitere „Schreibtisch-Diktatoren“ mehr, die nach Aufmerksamkeit lechzen. Selbstorganisation ist im Kern analog, denn es geht um mich selbst und ich bin keine digitale Lebensform. Aber die neuen Werkzeuge haben die Notwendigkeit, uns sinnvoll zu organisieren, nicht kleiner, sondern eher größer gemacht.